Kapuzinerbergtunnel
Mitten im Zentrum
header_bottom
Die Geologie

Ergebnis der baugeologischen Prognose

Das Nordportal des Kapuzinerbergtunnels wird vermutlich im Hauptdolomit im Grenzbereich zu den Mergeln errichtet. Nachdem der Grenzverlauf zwischen den beiden Decken flach nach Süden abtaucht, aber unregelmäßig bzw. vermutlich etwas wellig ausgeprägt ist, wird vermutet, dass der Tunnel in der Fortsetzung nach Süden etwa im Grenzbereich zwischen den beiden Decken verläuft. Entlang dieser Grenze ist mit teilweise stark verschuppten und auch zerscherten Gesteinsarten zu rechnen. Auch werden die wasserundurchlässigen Tonschiefer und Mergel die Bergwässer stauen und das Gebirge weiter entfestigen. Insbesondere im Haselgebirge sind diese Zonen von Bedeutung, da in dieser Gesteinsart schwellende Mineralphasen auftreten, die in Kontakt mit Wasser erheblichen Gebirgsdruck entwickeln. Wenig bekannt ist über den Verlauf der Gosauschichten im Untergrund des Kapuzinerberges. Vermutlich tauchen diese Tonschiefer, Mergel und Konglomerate flach nach Norden ab und werden nur um das Südportal berührt. Die Kavernen und Zufahrtstunnel zu den Busgaragen können, abgeleitet aus bisherigen Untersuchungen, ausschließlich im Hauptdolomit errichtet werden.

Eine erste Prognose der zu erwartenden, nach den Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Geomechanik zu definierenden Gebirgsverhaltenstypen baut auf den Erfahrungen beim Bau bestehender Hohlräume auf. Dabei hat sich der dominante Hauptdolomit als meist sehr standfestes Gebirge dargestellt, das auch bei großen Hohlraumquerschnitten keinerlei Verformungen zeigte. Für jene Teile der geplanten Hohlräume, die im Hauptdolomit errichtet werden, ist oberflächennahe eine stärkere Verwitterung und daraus bedingte Entfestigung nicht auszuschließen, so dass GVT3 bereichsweise auftritt. Große Teile der Bauten sollten jedoch in einem Gebirge, das als GVT 1 bis GVT2 charakterisiert wird, errichtet werden können. Die Mergel werden allgemein der GVT 3 zugeordnet und daher bereits deutlich verformungsanfälliger auf die größeren Tunnelquerschnitte reagieren. Das Auffahren von Haselgebirge kann nicht ausgeschlossen werden, hier können auch schwellende Anteile auftreten. Ähnlich können die Gosauschichten in Erscheinung treten, bei größeren Querschnitten muss mit erheblichen Verformungen gerechnet werden.

druckendrucken